Beispielkunde. Bäckerei Knopp GmbH ist ein erfundenes Unternehmen. Diese Seite zeigt, wie eine Bäckerei mit runmyhub arbeitet — Filialen, Öffnungszeiten und Sortiment sind Demodaten. Zu runmyhub.com
Bäckerei KnoppDüsseldorf · seit 1911

Vier Generationen

Vier Generationen, ein Ofen, und eine Stadt, die sich in der Zeit zweimal neu erfunden hat.

Die kurze Fassung steht auf jeder Tüte: gegründet 1911 in Heerdt, inhabergeführt, sechzehn Filialen. Die längere Fassung ist interessanter, weil in ihr zweimal etwas beinahe zu Ende gegangen wäre.

  1. Erste Generation · 1911–1948

    Wilhelm Knopp

    Eine Backstube, ein Fenster zur Straße, und ein Ofen, der nie ganz auskühlte.

    1911
    Gründung in Heerdt
    1943
    Backstube zerstört
    1946
    Wieder in Betrieb

    Wilhelm Knopp war Geselle in einer Bäckerei an der Neusser Straße, als er 1911 in Heerdt ein Haus mit Hinterhof mietete. Im Hof stand ein gemauerter Ofen, den der Vorbesitzer, ein Schreiner, als Lagerraum benutzt hatte. Wilhelm brauchte vier Monate, um ihn wieder dicht zu bekommen.

    Verkauft wurde durch ein Fenster zur Straße. Einen Laden im heutigen Sinn gab es nicht: wer Brot wollte, klopfte, und wer zu spät kam, bekam keins. Gebacken wurde, was die Nachbarschaft aß — Roggenmischbrot, Graubrot, sonntags Hefezopf.

    1943 traf eine Bombe das Nachbarhaus und nahm die halbe Backstube mit. Wilhelm war damals 58. Er hat sie wieder aufgebaut, mit Steinen aus der Ruine nebenan, und im Sommer 1946 zum ersten Mal wieder geheizt. Von diesem Ofen steht heute noch die Rückwand; sie ist in der Zentralbackstube eingemauert.

    Der Ofen war das Erste, was wieder stand. Das Dach kam danach.

    Überliefert von Heinrich Knopp
  2. Zweite Generation · 1948–1979

    Heinrich Knopp

    Fünf Läden links des Rheins. Brot und Brötchen, sonst nichts.

    1952
    Erster Laden in Oberkassel
    1961
    Erster Lieferwagen
    1968
    Fünfter Laden

    Heinrich übernahm mit 29 und tat dreißig Jahre lang dasselbe: er machte Läden auf. Der erste 1952 in Oberkassel, der fünfte 1968 in Bilk. Alle links des Rheins, alle zu Fuß von der Backstube erreichbar — das war keine Strategie, sondern eine Bedingung: Ware wurde mit dem Handwagen gefahren.

    1961 kaufte er den ersten Lieferwagen, einen Tempo Matador. Danach ging es schneller, aber nicht weiter: Heinrich hielt am Umkreis fest. Wer ihn nach Expansion fragte, bekam zu hören, ein Brot dürfe zwischen Ofen und Ladentisch nicht kälter werden als eine Hand.

    Das Sortiment blieb eng. Kein Kuchen, keine Torten, kein Kaffee. Seine Frau Elisabeth stand siebenundzwanzig Jahre im Laden an der Luegallee und kannte die Brotsorte jedes Stammkunden, bevor er sie nannte. Die Karteikarte mit dem Mutzenmandel-Rezept, die wir heute noch benutzen, ist von ihrer Mutter.

  3. Dritte Generation · 1979–2004

    Margret Knopp

    Die Entscheidung, die alles veränderte: die Läden backen nicht mehr selbst.

    1986
    Zentralbackstube Heerdt
    1989
    Eigene Konditorei
    1991
    Erste Sitzplätze
    1994
    Über den Rhein

    Margret übernahm 1979 und stand vor einem Problem, das ihr Vater nicht gehabt hatte. Fünf Läden mit je eigener Backstube heißt fünf Bäcker, fünf Öfen, fünf Nachtschichten — und fünf verschiedene Brote, weil jeder ein bisschen anders arbeitet.

    1986 zentralisierte sie. Die Zentralbackstube in Heerdt ging im September in Betrieb, und die Läden bekamen nur noch Öfen zum Aufbacken. Es war die unbeliebteste Entscheidung der Firmengeschichte: zwei Bäcker kündigten, und ein Teil der Kundschaft sagte, das Brot sei nicht mehr dasselbe. Es hat ungefähr zwei Jahre gedauert, bis das aufhörte.

    Was danach möglich wurde, war alles andere. Eine eigene Konditorei, weil sich Torten erst ab einer bestimmten Menge lohnen. Die ersten Sitzplätze 1991 in Oberkassel, gegen den Widerstand des Steuerberaters. Und der Schritt über den Rhein: 1994 Flingern, 1998 Pempelfort, 2001 Benrath.

    Margret ist 2011 gestorben. In ihrem Büro hängt noch die Zeichnung der Backstube, auf Millimeterpapier, mit Bleistift korrigiert.

    Entweder wir backen fünfmal schlechter oder einmal richtig.

    Margret Knopp, 1985
  4. Vierte Generation · seit 2019

    Johanna Knopp-Vermeer

    Bahnhof, Flughafen, Gewerbegebiete, das Umland — und die Frage, was eine Bäckerei heute ist.

    2019
    Übernahme
    2021
    Hauptbahnhof
    2023
    Neuss und Ratingen
    2026
    Sechzehnte Filiale

    Johanna hat zuerst etwas anderes gemacht. Sie ist gelernte Konditorin, hat danach Betriebswirtschaft studiert und sechs Jahre für eine Handelskette gearbeitet, bevor sie 2016 zurückkam und 2019 übernahm — gemeinsam mit ihrem Cousin Tobias, der die Backstube führt.

    Ihre erste Entscheidung war eine, die Heinrich nicht verstanden hätte: eine Filiale im Hauptbahnhof. Der Umkreis, an dem drei Generationen festgehalten hatten, löste sich damit auf. Es folgten der Flughafen, zwei Gewerbegebiete mit Mittagstisch, und 2023 der Schritt ins Umland — Neuss, Ratingen, seit diesem Monat Meerbusch.

    Sechzehn Filialen in vier Städten, 364 Sitzplätze, rund dreihundert Beschäftigte. Self-Checkout am Bahnhof, Feinkost nach Gewicht am Carlsplatz, Vorbestellung für Torten. Was gleich geblieben ist: eine Backstube, und das Radschläger-Brot nach dem Rezept, das Margret 1988 aufgeschrieben hat.

    Gefragt, was sie von ihrem Urgroßvater übernommen hat, sagt Johanna: die Gewohnheit, morgens um vier in der Backstube zu stehen. Nicht jeden Tag. Aber oft genug, dass es auffällt, wenn sie fehlt.

Heute

Gegründet
1911
Filialen
16 in 4 Städten
Sitzplätze
364
Backstube
Düsseldorf, 6 Touren

Die Backstube

Zentralbackstube Heerdt, Willstätterstraße 14 in Düsseldorf. Brotlinie, Brötchenlinie, Konditorei, Packerei. Zwischen 03:10 und 05:40 fahren 6 Touren zu den 16 Filialen — jede Filiale hat ihre Ware vor dem Aufschließen.

Wir suchen Bäckerinnen und Bäcker

Bäckerei, Konditorei, Verkauf, Fahrdienst. Ausbildung jedes Jahr zum 1. August — im ersten Lehrjahr ohne Nachtschicht. Bewerbungen an die Backstube in Heerdt.